sl.jpgStändig stolpere ich in Blogs, Zeitungen oder Websiten über Artikel zur Parallelwelt SecondLife (SL). Es handelt sich dabei um eine virtuelle 3D-Welt, die man mit seinem Avatar erkunden kann. Der Avatar ist dabei individuell gestaltbar, es gibt unzählige Anbieter von Klamotten, Skins, Frisuren, … Diese werden bezahlt mit der SL eigenen Währung, Linden-Dollars L$. L$ kann man auf der Herstellerseite in US $ oder umgekehrt wechseln. Somit hat sich in SecondLife eine ganz eigene Wirtschaft ausgebildet. Auch viele real existierende Firmen haben inzwischen eine SL-Niederlassung. Die Welt ist unüberschaubar riesig und einige Orte sollen wirklich sehenswert sein. Reizvoll finde ich, dass man in SecondLife sein eigenes Land erwerben, bebauen und dort dann zum Beispiel ein Geschäft eröffnen kann.

Mein zweites Leben

Das hat mich neugierig gemacht, mir auch mal testweise ein zweites Leben zuzulegen. Zumal das mit dem Avatar-Erstellen und Bauen mich auch an die Sims erinnert hat. Also habe ich mir auf der SecondLife Seite von LindenLabs zunächst einen Account erstellt. Kleine Enttäuschung, eigenes Land kann man nur mit dem kostenpflichtigen Premium-Account besitzen. Nach der Registrierung muss man noch die Software downloaden. Schon kurze Zeit später stand ich das erste Mal auf meinen brandneuen Avatarbeinen…

Erste Schritte auf der Orientierungsinsel

Ich beginne auf einer Orientierungs-Insel, auf der mir in verschiedenen Tutorials erklärt wird, wie SecondLife funktioniert. Was mir hier sofort auffällt: Wirklich berrauschend ist die Grafik nicht, die Screenshots, die ich gesehen habe sahen besser aus. Daran ändert auch eine Veränderung meiner Grafikeinstellungen nichts. Naja, egal, solange das Zweitleben Spaß macht soll mich das nicht weiter stören. Also beginne ich mit dem Search-Tutorial, hier wird mir gezeigt, wie ich nach Orten, Gruppen oder Events suche. Anschließend lerne ich zu kommunizieren und dann mich zu bewegen. Hier kann man sogar fliegen! Das ist ja mal ein Ding, allerdings manchmal auch notwenig, wenn man irgendwo unglücklich abstürzt. Meine letzte Lektion ist, wie ich mein Erscheinungbild verändere. Beim Herumprobieren mit den paar Klamotten, die man schon von Beginn an hat, stehe ich zwar zwischendrin versehentlich splitterfasernackt da, aber hier kennt mich ja zum Glück noch keiner^^ Nachdem ich mit meinem Avatar ferig bin (wenn auch nicht wirklich zufrieden) verlasse ich die Orientierungsinsel.

Ostereiersuche

Neu angekommen in der riesigen Welt von Second Life bin ich zunächst mal ziemlich orientierungslos. Ich erhalte eine Menge Karten mit Punkten, an die ich mich teleportieren kann. Nachdem ich mich sinnlos in SL durch die Gegend gebeamt habe, ohne irgendwas interessantes zu sehen, gehe ich das Ganze systematischer an. In der Eventsuche finde ich eine Ostereiersuche, die in einem Kaufhaus stattfindet. Ich suche dort in allen Ecken und Winkeln und finde immerhin knapp 50% der versteckten Eier, in denen sich kleine Goodies verbergen. Unter anderem auch neue Klamotten, Skins und Frisuren. Leider habe ich hinterher auch eine ganz schöne Unordnung in meinem Inventar.

Sandkiste

Der Inhalt der Ostereier befindet sich in Boxen, die ich leider an den meisten Orten in der SL-Welt nicht öffnen darf. Da ich aber natürlich an den Inhalt will, muss ich an einen Ort gehen, wo man eigene Objekte aufstellen darf, eine sogenannte Sandbox. Dort angekommen, packe ich alle Eier aus und sortiere mein Inventar ein bisschen, was erheblich länger dauert als erwartet. Anschließend kleide ich mich noch schön ein mit meinen neuen Klamotten und bin nun mit meinem Avatar schon etwas zufriedener. In der Sandkiste darf man übrigens auch Häuser bauen ohne Premium-Account, aber leider muss man sie hinterher auch wieder abreißen.

Mein erstes Geld

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Ohne Moos nix los, dieser Spruch gilt auch in dieser virtuellen Welt. Da mir aber meine Euro viel zu schade sind um sie in L$ umzutauschen, muss ich wohl etwas verdienen. Was ja angeblich auch garnicht so schwer sein soll, immer mal wieder hört man ja von der Tellerwäscher-Millionär Geschichte. Ich versuche es zunächst bei einem Arbeitsamt, aber viele der Angebote, die dort aushängen treffen meinen Geschmack nicht wirklich. Denn ich will nicht als Eskort-Dame, Stripperin oder ähnliches arbeiten, auch virtuell nicht. Zum Glück kann man im SL auch für Tätigkeiten wie Rumsitzen oder Tanzen bezahlt werden. Das Ganze nennt sich Camping. Viele SL-Unternehmen zahlen einen geringen Lohn fürs Campen, da durch die höheren Besucherzahlen ihr Unternehmen als populärer eingestuft wird und somit auch leichter gefunden wird. Ich beginne in einem Club, nachdem ich Mitglied in einer Gruppe geworden bin, bekomme ich dort 6$ pro Stunde, wenn ich auf einem Stern herumtanze. Ich verdiene mir so ganze 12 L$. Das sind aber nur 0,05 US$. Danach wird mir das Tanzen zu langweilig.

In der Geisterbahn

In einer Ecke entdecke ich das Werbeposter einer Geisterbahn. Für 10 L$ darf man einmal mitfahren und sich erschrecken lassen. Leider ist das Ganze schnell vorbei und wirklich Spaß hatte ich dabei auch nicht.

Ratlos

Nach meinem Test-spielen muss ich feststellen, dass ich mich in SL ziemlich langweile. Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Geld verdienen um Klamotten zu kaufen um beim Geld verdienen besser auszusehen? Mich mit anderen Avataren unterhalten? Hab doch auch echte Freunde… Mir fehlt in SecondLife der Anreiz, dabei zu bleiben. Ich gehe mal davon aus, dass das Programm noch für einige Zeit auf meiner Festplatte vor sich rumgammelt und ich es dann von seinem Leid erlöse und deinstalliere. Oder hab ich womöglich einfach nur irgendetwas nicht verstanden? Gibt es womöglich viel mehr in SL? Vielleicht lasse ich mich ja noch umstimmen, auch wenn ich das im Moment bezweifel…

Fazit

Mir reicht mein erstes Leben aus, mit einem zweiten weiß ich nicht wirklich viel anzufangen… SL hat sich für mich zwar interessant angehört, hat mir aber nichts tolles zu bieten. Nach anfänglicher Entdecker-Motivation quält mich die Langeweile.

Und wie stehst du zu SL? Hast du schon eigene Erfahrungen, womöglich auch komplett entgegengesetzte, gemacht?

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